UNA Nettersheim

Mittwoch, 06. Juli 2022
Maßnahmen gegen Hochwasser: Vorschlag

Uns hat - vielen Dank! - eine weitere Einsendung zum Thema Hochwasserschutz erreicht:

Im Folgenden möchte ich einmal auf die geplanten Maßnahmen zum Hochwasserschutz eingehen.

Zunächst bin ich der Auffassung, dass bei sehr wichtigen Projekten eine Bürgerbeteiligung unbedingt erforderlich ist. Dabei geht es in keiner Weise darum, dem Gemeinderat etwaige Kompetenzen abzusprechen. Allerdings verfügt unsere Gemeinde in der Gemeindeverwaltung sicherlich nicht über das in meinen Augen zwingend erforderliche Fachwissen, welches Biologen und auch Geologen vorhalten, die beratend beim Hochwasserschutz Vorschläge über die richtige Vorgehensweise bei einem solch wichtigen Thema erarbeiten können.

Dementsprechend wäre es ein sinnvoller Schritt über Partei-, Kommunal- und Landesgrenzen hinaus die notwendigen Fachleute heranzuziehen, ggfs entsprechend Expertenausschüsse zu bilden, um langfristig die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Meinem Kenntnisstand nach haben sich u.a. die Hochschulen Koblenz und Hildesheim mit dem Problem der Überschwemmungen schon sehr intensiv beschäftigt. Insbesondere Prof. Dr. Wolfgang Büchst beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem Thema Hochwasserschutz und Überschwemmungen. In der Regel fehlt es im Rahmen dessen oft an technischen und baulichen Schutzmaßnahmen (beispielsweise wurde im Harz entsprechend in der Vergangenheit gehandelt). Professor Büchst weist dabei unter anderen darauf hin, dass im Bereich vom Ahrtal Regenwasserrückhaltebecken im Bereich von Nebenbächen fehlen! Dies trifft auch eins-zu-eins auf unsere Region zu. Mit Starkregen ist auch in unserer Region zukünftig wieder und jederzeit zu rechnen.

Darüber hinaus sind sicherlich unsere Altabwasserkänäle nicht auf entsprechende Wassermassen ausgelegt. Insbesondere nicht vor dem Hintergrund der kontinuierlichen Erschließung neuer Baugebiete. Parallel dazu ist es dringend notwendig auch die Dimensionen der Kanalinfrastruktur entsprechend anzupassen.

An der Hochschule Koblenz beschäftigt sich Prof. Dr. Lothar Kirschhauer u.a. mit der Analyse von Vorsorgekonzepten und kritischer Infrastruktur. Ich kann Ihnen nur empfehlen sich mit diesen Experten in Verbindung zusetzen und insbesondere auch fachkundige Bürger sowie Projektpartnerinnen- und partner aus den Bereichen Wasserwirtschaft, Katastrophenschutz und räumlicher Planung zu konsultieren. Denn auch vor unserer schönen Naturschutzgemeinde macht der Klimawandel keinen Halt. Daher sollten wir an Konzepten arbeiten, die auf diesen ausgerichtet sind. Daher sollten wir auch über ggfs aktuell anstehende Maßnahmen hinaus in unserer Gemeinde verstärkt auf den Ausbau erneuerbarer Energien in Form von Photovoltaik und Windkraft setzen.

Im Fokus sollte daher künftig der Schutz unserer Gemeinde und deren Bürger liegen und nicht auf etwaig falschen Eitelkeiten des Gemeinderates, sich davor zu scheuen professionelle und fachkundige Unterstützung von außerhalb herbeizuholen.

Mit freundlichen Grüßen

Winfried Poth

 
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