UNA Nettersheim

Mittwoch, 13. November 2019
Die Satzung ist noch ein Knackpunkt

Kreis Euskirchen/Gemünd. Die Forstwirtschaftliche Vereinigung Nordeifel (FVN) ist gegründet. Als Klaus Blakowski, Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Nordeifel (vormals FBG Schleiden) und so etwas wie der hauptverantwortliche Geburtshelfer, darauf sein Wasser in die Höhe hob, war ihm die Erleichterung anzusehen. Gerade die Wochen, in denen die Satzung vorbereitet worden war, hatten unangenehme Überraschungen mit sich gebracht.

Da der Landesbetrieb Wald und Holz Ende des Jahres aus der Holzvermarktung aussteigen wird, muss eine neue Struktur geschaffen werden. Die FVN soll als Träger eine GmbH gründen, die diese Aufgabe in Zukunft übernehmen soll. Neun Forstbetriebsgemeinschaften und eine Kommune unterzeichneten die Satzung und riefen die FVN damit ins Leben. Die Bad Münstereifeler Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian war bei der Versammlung zwar anwesend, konnte jedoch nicht unterschreiben, da der notwendige Ratsbeschluss noch nicht gefasst ist. Auch das Regionalforstamt Hocheifel-Zülpicher Börde war mit seinem Leiter Christoph Böltz und Thomas Maur im Gemünder Kursaal anwesend.

Immer wieder musste im Vorfeld der Gründungsversammlung die 19 Seiten starke Satzung überarbeitet werden. Um nicht alles neu erarbeiten zu müssen, hatte Blakowski als Grundlage die Satzung der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Bergisches Land genommen und sie auf die Bedingungen der Eifel zugeschnitten. Doch eine erste Version, die er dem Regionalforstamt zur Begutachtung hatte zukommen lassen, wurde von den dortigen Experten als nicht genehmigungsfähig eingestuft.

Die danach den künftigen Mitgliedern der FVN zugestellte Überarbeitung erregte wiederum das Missfallen der Kommunen. Sie erklärten sich nicht einverstanden mit der sogenannten Andienungspflicht. Die besagt, dass die Mitglieder all ihr eingeschlagenes Holz der FVN für die Vermarktung zur Verfügung stellen müssen. Eine Klausel, die den Widerspruch der Kommunen Nettersheim und Bad Münstereifel hervorrief.

Signal für die Region

„Wir haben eine Brennholzvermarktung, die einige tausend Festmeter umfasst“, so Nettersheims Bürgermeister Wilfried Pracht. Derzeit seien rund 70 Prozent des Holzeinschlags in der Vermarktung durch den Landesbetrieb. Allerdings wolle seine Gemeinde, genau wie Bad Münstereifel, unbedingt in der FVN mitmachen, um den privaten, kleinen Waldbesitzern eine Stütze zu geben und ein Signal in die Region zu senden.

Auch in der Gründungsversammlung in Gemünd konnte noch keine Einigung über die endgültige Fassung der Satzung gefunden werden. Zwar stellte keiner der Anwesenden eine Ausnahme der Kommunen von der Andienungspflicht infrage. Doch die in der Versammlung gemachten Vorschläge konnten nicht sofort auf ihre Genehmigungsfähigkeit überprüft werden. So solle dieser Punkt auf der Tagesordnung der ersten Mitgliederversammlung stehen.

„Es gibt Forstbetriebsgemeinschaften, die ebenfalls keine Andienungspflicht haben“, sagte Michael von Brauchitsch, Vorsitzender der FBG Rheinbacher Höhen. Allerdings sollten alle FBG davon unabhängig ihr Holz komplett der zukünftigen Vermarktungsgesellschaft zur Verfügung stellen.

Für Klaus Blakowski geht damit eine aufregende Zeit zu Ende. Als Geschäftsführer der FBG Nordeifel war ihm die Aufgabe zugefallen, die FVN an den Start zu bringen. Mit einer halben Stelle hatte ihn sein Arbeitgeber, der Landesbetrieb Wald und Holz, für diese Tätigkeit freigestellt. Eine Stelle als Geschäftsführer der FVN oder der GmbH, die demnächst die Holzvermarktung übernehmen soll, habe er von vornherein abgelehnt, betonte Blakowski.


Kölner Stadtanzeiger vom 08.05.2019 - Von Stephan Everling

 

 
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