In der letzten Sitzung des Gemeinderates am 16. Dezember 2025 stand der Haushalt für das kommende Jahr im Mittelpunkt. Dabei wurde deutlich: Die finanzielle Lage der Gemeinde Nettersheim ist angespannt.
Diese Situation ist nicht das Ergebnis übermäßiger Ausgaben vor Ort, sondern vor allem auf zunehmende Pflichtaufgaben und Belastungen, insbesondere durch die steigende Kreisumlage, zurückzuführen. Über diese Umlage finanziert der Kreis unter anderem Schulen, Sozialleistungen und Rettungsdienste – sie ist für die Gemeinde nicht verhandelbar.
Zwei Stellschrauben im Haushalt
Grundsätzlich stehen der Gemeinde zwei Möglichkeiten zur Haushaltskonsolidierung zur Verfügung:
1. Einsparungen durch eine globale Minderausgabe
Dabei verpflichtet sich die Verwaltung, insgesamt weniger Mittel auszugeben als geplant, ohne bereits konkret festzulegen, in welchen Bereichen gespart wird. Die UNA hatte hierfür bereits ihre Zustimmung für eine moderate Erhöhung um ein Prozent signalisiert.
Auf Antrag der CDU wurde jedoch eine Erhöhung um zwei Prozent beschlossen. Dieser Antrag wurde mit den Stimmen von CDU, SPD und AfD angenommen. Die UNA hat dagegen gestimmt, weil wir im Jahr 2026 konkrete und nachvollziehbare Sparvorschläge erarbeiten wollen und pauschale Kürzungen im laufenden Verwaltungsgeschäft kritisch sehen. Die BVE enthielt sich.
2. Stärkung der Einnahmenseite
Zur Stabilisierung des Haushalts gehören auch Mehreinnahmen durch Steuern, Gebühren und Beiträge. Im Sinne der Haushaltskonsolidierung hat die UNA den von der Kämmerin und dem Bürgermeister vorgeschlagenen maßvollen Steuererhöhungen zugestimmt. Wir tragen diesen Weg mit, um die Einnahmeseite 2026 zu stabilisieren und im kommenden Jahr – mit mehr Zeit und Übersicht – eine grundlegende Bewertung der Ausgabenstruktur vorzunehmen.
Klar ist aber auch: Ohne Einsparungen wird es nicht gehen. Für die UNA ist dabei entscheidend, sozialverträglich vorzugehen und gemeinsam mit Politik und Bürgerschaft zu klären, welche Leistungen für unsere Gemeinde unverzichtbar sind – und wo Angebote möglicherweise angepasst werden müssen.
Warum ein beschlossener Haushalt wichtig ist
Ohne einen verabschiedeten Haushalt
- gerät die Gemeinde in die vorläufige Haushaltsführung,
- können keine neuen Liquiditätskredite aufgenommen werden,
- wird die Handlungsfähigkeit der Kommune erheblich eingeschränkt.
Unser Anspruch
Wir wissen: Den Nettersheimerinnen und Nettersheimern wird viel zugemutet. Gleichzeitig bietet unsere Gemeinde noch immer eine hohe Lebensqualität. Mit dem Haushalt 2026 investieren wir weiterhin in Kitas, Schule und Bildung, in die Feuerwehr und in die Dorfentwicklung.
Noch haben wir die Gestaltungshoheit selbst in der Hand.
Unser Ziel ist es, diese zu bewahren – durch verantwortungsvolles Handeln, Augenmaß und einen offenen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern.
